Interview mit Holger Sturm, einem deutschen Unternehmer

1. Welche Rolle spielen Zölle heute für ihr Unternehmen?

1. Antwort
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2. Wie haben sich internationale Zollregelungen in den letzten Jahren geändert?

2. Antwort
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3. Welchen Einfluß haben Zölle auf Preisgestaltung und Wettbewerbsfähigkeit?

3. Antwort
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4. Welche Unterschiede gibt es in den Zollverfahren von den USA und anderen Ländern?

Diese Frage konnte Holger uns nicht beantworten, deshalb haben wir das für ihn übernommen.

4. Antwort
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5. Welche Dokumente sind erforderlich um Ware zu verzollen? 

5. Antwort
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6. Wie bereitet sich ein Unternehmen wie InterTee auf mögliche neue Handelsabkommen oder Zollkonflikte vor?

6. Antwort
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7. Wie stehen sie persönlich zu Trumps Zollpolitik?

7. Antwort
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8. Hat sich Trumps Zollpolitik negativ auf ihr  Unternehmen ausgewirkt, bzw. wird sie sich in Zukunft negativ auf ihr Unternehmen auswirken?

8. Antwort
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Bewertung des Interviews

Das Interview mit Holger Sturm liefert einen anschaulichen Einblick in die praktischen Auswirkungen von Zöllen auf unternehmerische Entscheidungen. Es wird deutlich, dass Zölle nicht nur als theoretisches Instrument der Wirtschaftspolitik zu verstehen sind, sondern den betrieblichen Alltag unmittelbar beeinflussen, etwa durch höhere Kosten, zusätzliche Bürokratie und erschwerte Planbarkeit. Besonders aufschlussreich ist die Darstellung, wie internationale Unterschiede bei Zollregelungen den grenzüberschreitenden Handel komplexer machen. Zudem zeigt das Interview, wie stark politische Entscheidungen einzelner Staaten auf global vernetzte Unternehmen wirken können. Die Aussagen verdeutlichen, dass protektionistische Maßnahmen zwar nationale Interessen verfolgen, für Unternehmen jedoch häufig Unsicherheit erzeugen. Insgesamt trägt das Interview dazu bei, das abstrakte Thema Zölle greifbarer zu machen, auch wenn die dargestellten Inhalte überwiegend auf persönlichen Erfahrungen beruhen.

 

Kommentar
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Interview mit Hossain Dolatabadi, einem Unternehmer aus den USA

Nika:

Zuerst würde ich Sie bitten sich vorzustellen, was sie machen und welche Art von Business Sie führen.

Dolatabadi:

ich bin pensionierter, Apotheker, arbeite aber weiterhin in ausgewähltem Umfang. Als Wissenschaftler betreibe ich eine eigene Forschung, zusätzlich führe ich eine spezialisierte Rezepturapotheke, die ich gezielt nutze um komplexe Probleme zu lösen, auch dort wo Standardlösungen nicht ausreichen.

Nika:

Kommen wir jetzt zur ersten Frage. Welche Rolle haben Zölle für ihr Business?

Dolatabadi:

Zölle betreffen heute praktisch jedes Unternehmen weltweit, besonders spürbar wird das dort, wo man auf wichtige importierte Materialien angewiesen ist – zum Beispiel auf Chemikalien, die ich in meinem Labor verwende. Der Großteil dieser Stoffe wird importiert und sobald darauf Zölle erhoben werden, steigen meine Kosten unmittelbar. Wenn etwa ein Zoll von 150 % eingeführt wird, erhöhen sich meine Herstellungskosten entsprechend. Diese Mehrkosten kann kein Hersteller einfach auffangen, sie schlagen sich zwangsläufig im Verkaufspreis nieder. Am Ende tragen die Kosten der Zölle nicht der Produzent, sondern der Verbraucher, auch wenn es für mich deutlich teurer wird ein Produkt herzustellen ist es letztlich derjenige der es nutzt, der den höheren Preis zahlt.

Nika:

Vielen Dank, wir kommen darauf später noch einmal zurück, die nächste Frage wäre, wie haben sich ihrer Meinung nach internationale Zollregelungen in den letzten Jahren verändert?

Dolatabadi:

Es hängt alles von der derzeitigen Regierung ab, mit der neuen Präsidentschaft verfolgt der Präsident Donald Trump das Ziel „Amerika wieder groß zu machen.“ Dieses Ziel lässt sich auf unterschiedliche Weise erreichen. Seiner Auffassung nach gehört dazu vor allem, die Zölle auf Importe deutlich zu erhöhen. Dieser Ansatz ist aus meiner Sicht problematisch und selbst viele seiner eigenen Unterstützer teilen diese Einschätzung nicht. Dennoch ist die politische Realität, dass sich dem kaum etwas entgegensetzen lässt. Am Ende bleibt es uns nur abzuwarten, wie weit diese Maßnahmen tatsächlich gehen und welche wirtschaftlichen Folgen sie haben werden.

Nika:

Die nächste Frage hatten sie schon angefangen zu beantworten. Aber welchen Einfluss haben Zölle auf Preisgestaltung und Wettbewerbsfähigkeit, Sie können sich dabei gerne auf die Wettbewerbsfähigkeit fokussieren?

Dolatabadi:

Der Punkt ist, wenn die Preise für Waren steigen, können sich Teile der Gesellschaft diese Produkte nicht mehr leisten. Wenn diese Nachfrage wegfällt, schrumpft automatisch die Zahl der Unternehmen, gleichzeitig steigen die Arbeitskosten und manche Betriebe müssen schließen. Die Anzahl der Produzenten, zum Beispiel in den USA, darüber sprechen wir hier – nimmt ab. Weniger Produzenten bedeuten weniger Wettbewerb und weniger Wettbewerb treibt die Preise weiter in die Höhe, nicht nur wegen der Zahlen, sondern auch aufgrund des eingeschränkten Marktes.

Nika:

Wie bereiten Sie sich auf internationale Konflikte oder Zollkonflikte vor?

Dolatabadi:

Also das ist wirklich schwer vorher zu sagen. Niemand kann genau sagen, wie so eine Situation sich entwickelt. Aber nehmen wir mal an, es gäbe einen Konflikt: China ist eine Wirtschaftsmacht und wenn die USA sich in einen Krieg mit China verwickeln würde, würden Import und Export praktisch komplett zum Erliegen kommen. Und genau da liegt die Challenge, da Preise, Lieferketten und Unternehmen schon jetzt von Zöllen beeinflusst werden. In einem Kriegszenario würde sich das noch viel drastischer auswirken. Man könnte sich nicht gleichzeitig bekämpfen und Waren wie Lebensmittel oder Geräte austauschen, oder wie in meinem Fall Chemikalien. Alles was aktuell importiert oder exportiert wird, würde wegfallen. In dieser Situation wäre das Hauptproblem nicht der Krieg selbst, sondern dass wir schnell neue Lieferanten, aus anderen Ländern, finden müssten, um das zu ersetzen was wir bisher aus China bezogen haben. Die Zölle die wir heute diskutieren, zeigen schon wie empfindlich die Lieferketten sind. In einem großen Kriegszenario würde sich das noch verschärfen und meine Produktion somit deutlich beeinflussen.

Nika:
Kommen wir jetzt zu einer etwas persönlichen Frage. Wie finden Sie persönlich Trumps neue Zollpolitik?

Dolatabadi:

Ich finde die ganze Situation wirklich schlimm. Im Moment leiden einfach alle, die Lebensmittelpreise steigen,die Löhne steigen eigentlich alles wird teurer und das hängt alles stark mit den Zöllen zusammen die Trump verhängt hat.Wir alle merken das direkt. Ich sehe es ganz klar in meiner eigenen Arbeit. Wenn ich einkaufe, ist alles teurer. Wenn ich verkaufe, bekomme ich weniger zurück. Ich kann heute nicht mehr so viel verkaufen wie früher. Es ist eine komplizierte Lage und niemand weiß genau, was als Nächstes passieren wird. Ich glaube nicht, dass das, was er getan hat die richtige Entscheidung war aber wie gesagt, ich bin kein Ökonom und kenne auch keinen einfache Alternative oder Lösung für das, was getan werden müsste.

Nika:

Vielen Dank, ich stimme Ihnen da auf jeden Fall zu. Dies führt uns zu unserer letzten Frage. Und zwar, inwiefern hat Trumps neue Zoll Politik Sie in ihrem Business negativ beeinflusst?

Dolatabadi:

Natürlich in meiner Arbeit spüre ich die Auswirkung. Jetzt schon massiv. Die Preise für Rohstoffe und Produkte steigen enorm die Lohnkosten explodieren förmlich, und die Unsicherheit ist allgegenwärtig. Selbst kleine Preisschwankungen zwingen Unternehmen dazu Mitarbeiter abzubauen oder Investitionen zurückzustellen Konkurrenzsituation wird härter die Käufer vorsichtig viele warten ab verschieben Projekte oder größere Anschaffungen, weil sie nicht wissen, welche Kosten auf Sie zukommen. Ich sehe das als Warnsignal auf einer größeren Ebene könnten Zölle die gesamte Produktionskette destabilisieren Lieferketten unterbrechen und die Wettbewerbsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Schon in meinem Umfeld ist deutlich spürbar, wie stark der Druck steigt.

Nika:

Vielen Dank, das führt uns zum Ende des heutigen Interviews. Wir werden sehen, was das kommende Jahr bringen wird. Vielen Dank für Ihre Zeit und für das Interview.

Dolatabadi:

Sehr gerne

 

Veränderung unserer Sicht auf Zölle

Durch die Interviews hat sich unsere Sichtweise auf Zölle und internationalen Handel deutlich erweitert. Früher haben wir Zölle eher als abstraktes Thema betrachtet, das weit weg von unserem Alltag ist. Durch die Gespräche mit Unternehmern und Selbstständigen wurde uns bewusst, wie konkret Zölle die Kosten von Importen beeinflussen und damit auch die Preisgestaltung und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Das bedeutet letztlich auch, dass Zölle einen direkten Einfluss darauf haben, wie teuer Produkte für uns Verbraucher werden. 

Außerdem haben wir erkannt, dass Zölle oft politisch motivierte Instrumente sind und nicht nur reine Formalitäten im Handel. Das hat uns gezeigt, wie sehr internationale Handelsbeziehungen von politischen Entscheidungen abhängen und wie komplex und unsicher das für Unternehmen sein kann.

Insgesamt haben die Interviews uns also nicht nur ein tieferes Verständnis dafür gegeben, wie Zölle funktionieren, sondern auch, wie stark sie unseren Alltag und die Verfügbarkeit von Produkten beeinflussen können.

Reflexion Interview
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Reise in die Zukunft 

 

So wie ihr wisst, liebe ich es einkaufen zu gehen. Das habt ihr in meinen anderen Blog ganz bestimmt schon gesehen. Egal ob es im Supermarkt ist oder nur einmal kurz in die Drogerie rein und letztens als ich genau dieser Beschäftigung nachgegangen bin, ist mir der Gedanke gekommen, wie Einkaufen in der Zukunft aussehen wird, wie es aussehen wird und da sind mir zwei Szenarien in den Kopf gekommen, die ich gerne mit euch teilen möchte. Weil das eine Szenarium muss ich ehrlich zugeben hat mir große Angst gemacht:

In dem ersten Szenario, was mir in den Kopf gekommen ist,gibt es große Einschränkungen im weltweiten Handel d.h. ich betrete den Supermarkt und sofort fällt mir etwas schreckliches auf. Die Regale sind leerer als sonst. Meine Lieblingsschokolade ist nicht da, die exotischen Früchte aus anderen Ländern fehlen. Stattdessen liegen nur regionale Alternativen da, die ich teilweise nicht mag und die auch viel teurer sind. Die Preise schockieren mich. Alles ist weniger und limitierter. Mein nächster Stopp führt mich zu Rossmann, meine Shampoo Marke fehlt. Ich sehe nicht das gewohnte Make-up wie immer und ganz Marken sind einfach weg. Einige der Produkte, die ich suche gibt es aber nur noch in kleinen Mengen. Ich finde also nicht alles, was ich suche. An der Kasse, erklärt mir die Kassiererin das Lieferungen aus dem Ausland stark verzögert werden. Mir geht es nach dem Einkauf nicht gut wie sonst. Irgendwie ist Einkauf nicht mehr spontane Freude, sondern eine Sache der Planung.

Das Szenario hat mir so große Angst gemacht, dass ich mir direkt ein zweites überlegt habe und das gefällt mir schon ein bisschen besser. Ich bin in einer Welt mit funktionierendem globalen Handel. Ich gehe wieder in den Supermarkt es ist alles da. Exotische Früchte, meine Lieblingsschokolade, internationales Snacks, die Regale sind alle voll, die Preise stabil, einkaufen macht Spaß. Ich kann spontan entscheiden worauf ich Lust habe so hab ich’s gerne. Schon wieder führt mich mein Weg zu Rossmann. Bei Rossmann ist alles normal. Ich finde direkt alles was ich suche. Meine Lieblingsmarken sind da. Ich habe keine Einschränkung. Ich kann alles auswählen vergleichen ausprobieren. Das ist mal ein tolles Shopping-Erlebnis. Diese kleine Reise hat mir eins gezeigt. Erst mal, dass ich froh bin, dass im Moment alles so ist wie es ist aber auch, dass der Zustand des internationalen Handels, unseren Alltag viel stärker beeinflusst als wir denken. Einschränkungen wirken sich sofort auf Preise, Auswahl und Einkaufserlebnis aus selbst kleine Handlungen wie Schokolade kaufen werden komplex umgekehrt sehe ich, wie ein funktionierender Handel, einem viele Freiheiten und Komfort bietet.